Gwenny

hat ein außergewöhnliches Schicksal: Sie wurde vor einigen Monaten irgendwo in der Nähe eines Gartens gefunden, als sie sich, vollkommen unterernährt, nur noch liegend auf den beiden Vorderpfoten nach vorne zog. In diesem Zustand war sie ein gefundenes Fressen für alles Getier, das ihr Böses wollte. Sie war am Ende. Als sie gefunden wurde, wog sie noch 2500 g, viel zu wenig für eine ausgewachsene und große Katze.

Sie wurde von Tierfreunden aufgenommen und dann über unseren Verein sofort einer gründlichen tierärztlichen Versorgung zugeführt. Was haben wir nicht alles gesucht und "leider" auch gefunden: Eine ganz fiese Blasenentzündung mit ekligen Keimen, die wochenlang behandelt werden musste. In der Zeit verlor sie ständig Tröpfchen und konnte einfach nicht sauber werden. Calicivirus auf der Zunge, woher immer sie sich das auch geholt hatte, also lange Metacam und Antibiose, damit sie nicht noch was anderes einfing. Und: sie konnte nicht laufen, zog sich also weiter nur mit den Pfoten vorwärts.

Nach Wochen, viel gutem Futter, einem speziell angefertigten Klo und sehr enger medizinischer Führung begann sie, sich langsam irgendwie auf die Hinterbeine zu heben. Aber es war deutlich, sie hatte eine Ataxie. Ob schon in jungen Jahren erworben, ob durch eine Bißverletzung im Rücken (sie hat im schwarzen Fell auffällige schneeweiße Punkte, was auf Letzteres hindeuten könnte), wissen wir nicht. Aber es wurde deutlich besser, sie legte auch ordentlich an Gewicht zu (kein Wunder, sie hatte Hunger für Drei!), und sie wurde auch langsam zutraulich und zusehends freundlicher.

Leider hat sie dann in der Pflegestelle an der Couch gekratzt und war auch nicht wirklich sauber. Deshalb zog sie nun zu uns ins Altersheim, wo sie mit geschätzten mindestens 12 Jahren Lebensalter bei dem Gesundheitszustand wohl auch hingehört. Als Aussteuer brachte sie ihr tolles Katzenklo mit (welche Katze hat schon ein Designerklo?!) und zog damit erst mal ins Bad zu Baghira, die auch noch dort sitzen musste, bis die Impfungen durch waren.

Das ist jetzt bei beiden geschehen, und Baghira ist schon in die große Meute umgezogen. Gwenny zog vorsichtshalber erstmal mit allem Hausstand ins Schlafzimmer, hockte aufgrund er dort vorhandenen Patienten zwei Tage grollend im unteren Bereich der Kratztonne, um dann vor ein paar Tagen (Anfang Oktober 2014), als ich die Lichter löschte, mit einem mutigen Satz ans Bett zu springen und sich hochzuziehen. Zwar war sie bei uns von Anfang an absolut sauber - was die erste Pflegemama mit einigem Groll zur Kenntnis nahm, denn sie hätte Gwenny gerne behalten. Aber ich hatte dann doch Bedenken um einen "trockenen" Schlaf. Es ging gut, und erfreulicherweise blieb es auch so. Sie liegt nun liebend gerne auf meinem Bett unter der Decke, frisst gut, benutzt "ihr" Klo und fängt langsam an, sich mit den anderen anzufreunden. Deshalb wird sie auch bald dort wieder ausziehen und sich unter die große Meute mischen können. Die Ataxie wird ihr bleiben, aber sie kommt wirklich gut zurecht. Gwenny ist jedoch, was Tierarztkosten anlangt, ein regelrechtes Pfenniggrab - Entschuldigung: Euro-Grab. Das bedeutet, wir brauchen jede Menge Geld, um sie nach wie vor ständig medizinisch gründlich überwachen zu können. Deshalb wären Patenschaften eine große Hilfe.



 

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